Ingeborg Steiner-Beyer:
Lichtfunken von Engeln und Erzengeln

'Ich habe die Zusammenarbeit als sehr angenehm und aufbauend empfunden'

Claus Eckermann:
Shakespeare

'das Vorabexemplar ist eingetroffen und hat mich - wie unsere bisherige Zusammenarbeit auch - vollkommen überzeugt. Es ist schön, wenn eine langjährige Arbeit (und diese Übersetzung hat mich Jahre gekostet) einen so gelungenen Abschluß erfährt.'

Urs A. Boelsterli:
Super Powerhouse

'Mit grosser Freude habe ich heute das erste Exemplar meines Buches erhalten ... Design und Druck und allgemeine Erscheinung des Buches sind äusserst gelungen und sehr professionell herausgekommen. Für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Ihrem Verlag ... möchte ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken.'

Pressestimmen

Zu Stella Bruhns:
Rauke, Melde und Löwenzahn

 

Das kleine Mädchen ist vier Jahre alt, als es an der Hand des Vaters bei gemeinsamen Ausflügen mit der Mutter spannende neue Orte entdeckt. Wenig später wird aus dem Vater mit Ingenieurstraum ein Wehrmachtsangehöriger, der erst im Osten in der Verwaltung, später dann aber im Heer eingesetzt wird. Er verschwindet im Kessel von Stalingrad. Zurück bleibt das Mädchen mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester.

 

Während des Krieges wächst das Kind heran – mal auf dem Land, mal gemeinsam mit Mutter und Schwester auf einem Bauernhof, ehe es wieder zurück nach Potsdam geht. Dort erlebt die Familie, inzwischen noch im eine Schwester mehr, den Feuersturm auf Potsdam, die letzten Kriegstage mit den Straßenschlachten und das Ende des Krieges.

 


 

Stella Bruhns schildert ihre Kindheitsjahre im Krieg – zwischen Hungern und der Notwendigkeit, Verwertbares zu „organisieren“ und Spielen, denn auch Kriegskinder sind Kinder. Kinder mit Traumen und – Träumen.

 

 

Stella Bruhns, geboren 1935. Bis 1995 Lehrerin an öffentlichen Schulen für Schüler bis 15 Jahre und an privaten Schulen für Studenten mit Deutsch als Fremdsprache.
Daniel Jäger, Prolix Letter, 21.05.2012

Das kleine Mädchen ist vier Jahre alt, als es an der Hand des Vaters bei gemeinsamen Ausflügen mit der Mutter spannende neue Orte entdeckt. Wenig später wird aus dem Vater mit Ingenieurstraum ein Wehrmachtsangehöriger, der erst im Osten in der Verwaltung, später dann aber im Heer eingesetzt wird. Er verschwindet im Kessel von Stalingrad. Zurück bleibt das Mädchen mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester.
Während des Krieges wächst das Kind heran – mal auf dem Land, mal gemeinsam mit Mutter und Schwester auf einem Bauernhof, ehe es wieder zurück nach Potsdam geht. Dort erlebt die Familie, inzwischen noch im eine Schwester mehr, den Feuersturm auf Potsdam, die letzten Kriegstage mit den Straßenschlachten und das Ende des Krieges.

Stella Bruhns schildert ihre Kindheitsjahre im Krieg – zwischen Hungern und der Notwendigkeit, Verwertbares zu „organisieren“ und Spielen, denn auch Kriegskinder sind Kinder. Kinder mit Traumen und – Träumen.

Stella Bruhns, geboren 1935. Bis 1995 Lehrerin an öffentlichen Schulen für Schüler bis 15 Jahre und an privaten Schulen für Studenten mit Deutsch als Fremdsprache.

Daniel Jäger, http://www.lesen-oder-vorlesen.de, 21.05.2012

Der Erzählband "Rauke, Melde und Löwenzahn"  beschreibt sechs Kinderjahre von 1939 bis 1945. Es sind die Jahre vor dem Kriegsende als in Deutschland eine Welt zu Ende geht. Es wird nicht viel über die Autorin gesagt. Sie ist 1935 geboren und war bis 1995 als Lehrerin an öffentlichen Schulen für Kinder bis 15 Jahren tätig. Sie lehrte an Privatschulen für Studenten, die Deutsch als Fremdsprache erlernten. Nicht sehr viel was damit gesagt ist. Es wird nicht schlüssig, wann die Erzählungen verfasst wurden. In der Gegenwart oder damals schon? Jedenfalls wurde gewissenhaft zeitlich verortet, das kann mit Bestimmtheit gesagt werden. Dadurch wirken die Erzählungen wie Aufzeichnungen.

 

Das kleine Mädchen ist vier Jahre alt, als es an der Hand des Vaters geht und über so viele Dinge aus dem Leben zu erzählen weiß. Mit einer Schlichtheit, womit schnell klar wird aus welcher Richtung der Wind gerade weht. Und zwar aus dem Osten! Nicht Verfolgte oder Heimatlose sprechen, sondern aus dem Volk wird erzählt. Aus dem Volksmund ist auch die Überschrift: Rauke, Melde und Löwenzahn.

 

Der Vater ist Soldat bei der Wehrmacht, die Mutter kümmert sich um das Haus. Einfache Bilder mit denen Stella Bruhns agiert, wie sie nur aus der eigenen Heimat sein können. Eine Heimat die vom Krieg gescholten ist. Das Ende naht. Der Krieg holt uns ein, heißt eine der Erzählungen. 1945 markiert die Grenze, woraufhin sich ein Spannungsfeld aufbaut. Erschreckend ist nur die Normalität mit der berichtet wird. Der Alltag, das Wetter, die Jahreszeiten und der Hunger, der die Kleinen am Mittagstisch quält. Die Mauerdurchbrüche im Keller wenn Fliegeralarm ist. Das ist so normal beschrieben wie die Butter auf dem Brot. Es ist eben ein Unterschied zwischen Widerstandskämpfer, der sich für seine Sache einsetzt und hundertfach verfilmt worden ist und jenem der seine legale Volkszugehörigkeit demonstriert. Sogar auf der Flucht gibt es Kuchen für die Kinder.

 

Es sind einfache Formen mit denen umgegangen wird. Das kleine Einmaleins kann garantiert jeder mitlernen, auch der, der gerade auf der Flucht ist.  Wenn es einen Unterschied zwischen Einfachheit und Sachlichkeit gibt, dann sind diese Erzählungen auch für Kinder geschrieben. Die Großmutter kann es ihren Kindern weitererzählen, was passiert ist, damals. Vom Ende des bösen, großen Krieges, der so viel Unheil über die Menschen brachte. Die Autorin war schon zu Kinderzeiten weit umhergereist, während sie auf der Flucht waren. In Rudolstadt, in Posen und in Berlin, um nur drei Stationen ihrer Erzählreise aufzuzählen.

 

Keine Kinderträume werden wahr. Nein, ein realistischer Ablauf wird geschildert. Wenn im Hof die Kinder spielen und aus Neugier schauen wie jemand die Treppe hinaufsteigt, so als wäre was besonderes im Gange. Dabei ist es alltäglich! Diese Alltäglichkeiten einzufangen, wie vermessen das aus historischer Sicht ist. Während andernorts die Bomben fallen und Menschen grausam umgebracht werden, wird eine Kinderwelt mitten in Kriegszeiten zelebriert. Vielleicht geeignet um Verhaltensstudien zu erfassen,  von Kindern die im Krieg aufwachsen müssen. Bei schlechter Ernährung geht das jammern los, bei guter ist der Popans draußen. Als Mischgewebe könnte man diese Erzählungen bezeichnen. Der scheinbare Flickenteppich hat eine sorgfältige und systembedingte Ordnung. Diese hat nur ein Ziel, aus dem Schlamassel bald und unbeschädigt herauszukommen. Der Krieg soll damit überbrückt werden.

 

Unpraktisch ist die Tatsache, daß verloren wurde. Diesen Schnitt vollzieht die Autorin nicht mit ihrem Kinderwillen. Davon bleibt sie verschont - ist vielleicht unwichtig. Die Sorgen der Menschen sind schließlich groß genug gewesen. Stattdessen hat sich die Uniformfarbe in ein khakibraun gewandelt. Die Sparkonten der Militärangehörigen wurden gesperrt. Normale Zeiten sollte es so bald nicht wieder geben auch später nicht. Allein die Nähkunst half der Mutter weiter. Die russischen Soldaten wurden recht bald in Kasernen untergebracht.

Rolf Maass, www.kulturexpress.de, 18.07.2012