Heinz Wilhelm Kempgen:
Zur Geldgeschichte des Staates Qin

'Die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und mir hat reibungslos und vorbildlich funktioniert, das will ich dankbar anerkennen.'

Hans-Georg Weber:
Ist nicht eben dies Liebe?

'Die Aufarbeitung ... fand ich nicht nur gelungen, sie zeugt auch von einem ... angenehm aufmerksamen Umgang mit dem Text und damit auch dem Autor.'

Athanasius von Wedon:
Im Kinderheim Gott begegnen

'Das Buchprojekt ist in bewährter Manier ganz nach meinen Vorstellungen von Ihnen verwirklicht worden: Unkompliziert, tatkräftig und fristgerecht.'

Pressestimmen

Zu Willi Thomczyk:
Die Nacht des Huhns

Herne. Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Willi Thomczyk seinen ersten Roman vor. Der heißt die "Die Nacht des Huhns" und spielt in den 60er-Jahren in einer Zechenkolonie im Ruhrgebiet. Wer Thomczyk kennt, wird vom Ton des Romans nicht überrascht sein. Da geht es derb zu.

Schauspieler, Musiker, Maler, Autor, Großmaul, Macho und Nervensäge. Willi Thomczyk war in Phasen seines Lebens mal das eine, mal das andere und oft alles zusammen. In den vergangenen drei Jahren hat sich der seit wenigen Tagen 56-Jährige vor allem auf das Schreiben verlegt. Im kleinen Frankfurter Verlag Haag und Herchen ist sein erster Roman „Die Nacht des Huhns” erschienen. Am Samstag bewirbt er das Buch auf der Frankfurter Buchmesse.

Ein Jahr hat es gebraucht, bis der Autor einen Verlag gefunden hatte für die „Ode an die Freundschaft”, die angesiedelt ist im Ruhrgebiet der 60er Jahre in einer Zechenkolonie. Im Mittelpunkt steht die Beziehung eines 17-Jährigen, des Ich-Erzählers, zum alten Kalli, Viktor Kalischewski aus Oberschlesien. Seine Eltern haben den Ex-Bergmann irgendwann aufgenommen, für den Jungen ist er Opa und Freund, Beschützer und Vaterersatz. Dem später selbst gealterten und kranken Protagonisten bleibt er die wichtigste Person. Kristallisationspunkt seiner Erinnerung: die Nacht, in der er sich aufmacht, dem Alten den Wunsch nach einer (letzten) Hühnersuppe zu erfüllen, die „Nacht des Huhns”.

Wer Thomczyk kennt, wird vom Ton des Romans nicht überrascht sein. Da geht es derb zu, Blümchensex ist seine Sache nicht. Es wird gerülpst, gefurzt, gesoffen und geprügelt. Das Bergarbeitermilieu als Szenario, wie es auch Charles Bukowski hätte entwerfen können, mit Momenten kraftvoller Poesie, tragisch und komisch in einem.

Schelmenroman oder Sozialroman . . . die Etiketten sollen andere draufkleben, sagt Willi Thomczyk. Für ihn auch ein literarischer Zugriff auf die eigene Vergangenheit, aus der er Versatzstücke und Personen verwendet. Gleichzeitig räumt er auf mit einer Bergmannsidylle, die es so nie gegeben habe.

Dem Auftritt am Verlagsstand in Frankfurt sollen Lesungen folgen. Die für den Umschlag verwandte Zeichnung stammt übrigens von einem Thomczyk-Freund aus Wanne-Eickel, Hans Jürgen Lubnau. Als Hörbuch erscheint der Roman in der nächsten Woche, produziert von Sebastian Maier aus Herne und gelesen vom Autor. Ein weiterer Roman ist begonnen.

 

Willi Thomczyks Antwort auf den Artikel legte er in einem Leserbrief an die Redakteurin nieder, hier der Wortlaut:

Leserbrief zum WAZ Artikel, Samstag 17.10. 2009

„Eine Ode an die Freundschaft“ von Ute Eickenbusch


Wer Ute Eickenbusch etwas Böses angetan hat, weiß ich nicht – ich war es jedenfalls nicht. Und daher muss ich mich auch nicht von ihr als „Großmaul, Macho und Nervensäge“ beleidigen und diffamieren lassen! Würde sie es mir persönlich sagen – Schwamm des Mitleids mit ihr darüber. Aber dies in einer Zeitung zu schreiben – das auch noch ohne den geringsten moralischen Anlass – ist ein Skandal! Oder wie man im Pott sagt: einfach nur schäbig!

 

Aber damit nicht genug. Obwohl Frau Eickenbusch nur meinen Roman vorstellen wollte, d. h. keine sachliche Literaturkritik übte, kann sie es dann doch nicht lassen ihren Eindruck - den sie beim Durchblättern des Buches wohl hatte - kund zu tun. „Da geht es derb zu, Blümchensex ist seine Sache nicht. Es wird gerülpst, gefurzt, gesoffen und geprügelt.“ Dazu fällt ihr noch Charles Bukowski als Vergleich ein. Alles klar: Frau Eickenbusch braucht noch einen Beleg für ihre Beleidigungen „Großmaul, Macho und Nervensäge“. Na, passt doch! Ach, wie schäbig!

 

Nur mal korrigierend bemerkt: Mein Roman ist kein Sexroman und es wird weder gerülpst noch gesoffen. Der Vater des Jungen ist Trinker und Opa Kalli beschützt den Jungen vor Prügel. Was das Furzen anbelangt gibt es eine tragische Varietégeschichte von einem Kunstfurzer in der Nazizeit, der auf Hitler ‚furzt’ und dafür mit seinem Leben bezahlt.

 

Ich will nicht verhehlen, dass der Artikel ansonsten korrekt geschrieben ist. Aber die Literaturkritik sollte Frau Eickenbusch einem Fachkritiker überlassen. Und falls sie Courage hat, entschuldigt sie sich öffentlich für ihre verbalen Entgleisungen. Wenn Beleidigungen durch Journalisten in der Zeitung möglich werden, dann darf man sich nicht wundern über die Respektlosigkeit und Gewalt, die auf der Strasse immer mehr um sich greift. Wer in der Zeitung andere Menschen (öffentlich!) diffamiert, der übt strukturelle Gewalt aus! Diesen letzten Satz sollte sich Frau Eickenbusch mal über ihren Schreibtisch hängen.

Willi Thomczyk

Herne, den 19. 10. 2009

Ute Eickenbusch/Willi Thomczyk, WAZ, 19.10.2009